Aus den Medien – aus dem Sinn?

Aus der überraschenden räumlichen Konstellation bestimmter Orte – Bosnien-Herzegowina (Sarajewo, Busanska Krupa), Paris und Bottrop – sowie der Initiative eines Vereins, einiger engagierter Personen und Organisationen sowie der Unterstützung der Agentur Vatter + Vatter entstand 2018 etwas ziemlich Erstaunliches: ein internationales Filmfestival. 

Das internationale Festival in Bottrop zeigt Filme, die Bosnien-Herzegowina – aber auch die Anrainerstaaten – mit ihrer gemeinsamen Geschichte, mit den sozialen Problemen, ihren Kriegstraumata und ihrer Sehnsucht, in Europa anzukommen, im Fokus haben. Nach der formalen Beendigung des Krieges 1995 verschwand Bosnien mehr und mehr aus dem Blick der Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Festival möchte, dass Bosnien-Herzegowina als ein europäisches Land mit einer für die dortigen Menschen schlimmen Vergangenheit wahrgenommen wird. Obwohl es dort viel Instabilität und wenig wirtschaftliche Entwicklung gibt, keimt aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf.

Der Verein Aktion - Leben und lernen in Bosnien e. V. möchte mit dem Medium Film unterschiedlichste Wahrnehmungen und Perspektiven aufzeigen. Die thematische Bandbreite der Beiträge erstreckt sich dabei von den Folgen und Auswirkungen des Krieges über das umstrittene Dayton-Abkommen, Auswanderung und Flucht, Initiativen aus dem kulturellen und sozialen Bereich bis hin zum Alltagsleben der Menschen vor Ort. Festivaldirektor Dieter Wieczorek (Paris) wagt einen Blick auf kommende Jahre: Vergangene und gegenwärtige Erfahrungen in dieser Region können gewissermaßen zu einer Blaupause für die Orientierung in Zeiten globaler Umwälzungen und Migration werden.

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